Charakter-Interviews

In diesen Interviews kommen die Figuren selbst zu Wort.
Sie erzählen von ihrem Leben in der Mega-City, ihren Ängsten und ihren Hoffnungen.

Valerie Enoa - 17 Jahre alt
Sie lebt in einer Stadt aus Beton, Regeln und Kameras. Wir haben mit ihr über ihr Leben, ihre Freunde und das System gesprochen.

   Interviewer:

Hallo Valerie. Ich darf dich doch beim Vornamen nennen?

Sie nickt

 

   Interviewer:

Vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast, mir ein Interview zu geben. Deine Geschichte wurde erst vor kurzem veröffentlicht. Es ist dein erster Auftritt in der Öffentlichkeit. Bist du nervös deswegen?

   Valerie: 

„Schon ein wenig. Ich hatte eigentlich nie vor, berühmt zu werden.“

 

   Interviewer:

Die Autorin hat ja nah mit dir zusammengearbeitet. Wie war die Arbeit mit ihr?

   Valerie:

„Es war meistens sehr angenehm. Nur als sie auf die Idee kam, ihr komplettes Manuskript umzuschreiben, weil sie unzufrieden war, hat dann doch sehr an den Nerven genagt.“

Sie grinst schief

   Interviewer:

Wie nah ist die Figur im Buch an der echten Version von dir?

   Valerie: 

„Ziemlich nah. Die Autorin hat mich erstaunlich gut eingefangen. Leider.“

lächelt schief

„Ein paar Dinge hat sie übertrieben. Aber im Großen und Ganzen… bin ich wohl wirklich so.“

 

   Interviewer:

Welche Eigenschaft von dir hat die Autorin übertrieben?

   Valerie:

„Angeblich schreie ich ständig Leute an. Das stimmt nicht.
…meistens hebe ich nur meine Stimme.“

kurze Pause

„Und manchmal haben sie es auch verdient.“

 

   Interviewer:

Wenn du den Text ändern dürftest - was würdest du umschreiben?

   Valerie: 

"Ich? Ich kann nicht gut schreiben."

beugt sich etwas näher zum Mikrofon

"Und mal ganz ehrlich: Die Autorin tut auch nur so, als könnte sie es."

überlegt kurz

„...können wir den letzten Satz streichen?“

 

   Interviewer:

Was hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist? 

   Valerie:

„Leider verlor ich meine Mom sehr früh. Ich wurde daher von meinem Paps aufgezogen. Das Leben in der Mega-City ist nicht einfach. Ständig muss man auf der Hut sein. Es herrschen strenge Regeln und Verstöße ziehen immer krasse Strafen mit sich.

Aber meine Schwester und meine Freunde sind mir eine starke Stütze.“


   Interviewer:

Vertraust du Menschen schnell oder eher langsam?

   Valerie:

„Vertrauen ist so eine Sache. Du weißt nie, wer sich dir nähert, aber vielleicht ein Spitzel ist. Daher ist mein Freundeskreis an einer Hand abzuzählen. Aber auf sie kann ich mich verlassen. Wir sind ein tolles Team.“


   Interviewer:

Welche Rolle hast du unter deinen Freunden?

   Valerie:

„Das ist schwer zu sagen. Am besten Sie fragen die anderen.“

   Interviewer:

Ja, das ist geplant. 

   Valerie:

„Wehe die lassen mich schlecht dastehen.“

 

   Interviewer:

Womit kämpfst du innerlich am meisten?

   Valerie:

„Das ist schwierig. Wie tief darf ich denn dabei gehen? #psyche“


   Interviewer:

Unsere Leser sind im selben Alter oder älter als du. Sie können damit umgehen.

   Valerie: 

„Okay. Auf Ihre Verantwortung. Ich habe seit vielen Jahren mit Depressionen zu kämpfen. Leider existiert diese Krankheit in der Mega-City nicht. Daher muss ich ohne Medikamente klarkommen. Nur meine Freunde und meine Schwester wissen Bescheid. Ach, und Solanya natürlich. Ihr kann ich nichts verschweigen.“


   Interviewer:

Wer ist Solanya?

   Valerie:

„Das kann ich hier nicht verraten. Aber sie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich fühle mich verantwortlich für sie.“

sie flüstert

„Und ich habe ständig Angst um meine Freunde.“

 

   Interviewer:

Danke, dass du so offen damit umgehst.

   Valerie:

„Verschweigen hilft nicht. Ohne Hilfe von Außen ist das alles nicht zu ertragen.“

*sie wird nachdenklich und beißt sich auf der Lippe herum*


   Interviewer:

Valerie, können wir weitermachen?

   Valerie:

„Ähh. Ja klar.“


   Interviewer:

Okay. Wenn du die Stadt in drei Stichpunkten beschreiben müsstest, was würdest du sagen?

   Valerie:

„Kalt. Gefährlich. Überfüllt.“

 

   Interviewer:

Und hast du auch ein paar positive Aspekte?

   Valerie:

„Meine Schwester. Sie weiß es nicht, aber sie hat mich oft gerettet.

Dann sind da Thomas und Sylvana. Ohne sie wäre diese Stadt nur Beton.“

*Plötzlich wird sie wieder knallrot im Gesicht*

„...und Frances.“

*Ihre Augen wandern nach rechts*


   Interviewer:

Was fällt dir am schwersten an deinem Leben in der Stadt?

   Valerie:
„Dass man sich irgendwann daran gewöhnt.
An den Lärm.
An die Regeln.
An das Gefühl, dass jemand ständig über dich entscheidet.“

kurze Pause

„Ich glaube, das ist das Gefährlichste an dieser Stadt.“

 

   Interviewer:

Was macht dir Angst, auch wenn du es nicht zugeben würdest?

   Valerie: 

„Spinnen! Ich ekel mich so derbe vor Spinnen. Diese Viecher sollte es einfach nicht geben.

Und Agenten. Diese Sadisten jagen mir ständig einen Schauer über den Rücken.“

 

   Interviewer:

Agenten sind die Antagonisten in deiner Geschichte, richtig?

sie nickt


   Interviewer:

Gibt es einen Ort in der Stadt, an dem du dich sicher fühlst?

   Valerie:

„Der Schacht. Also nicht der Film aus Spanien. Unser stillgelegter U-Bahn-Schacht. Aber ich möchte da jetzt nicht zu viel verraten.

Wäre wie ein Filmtrailer. Die schaue ich mir grundsätzlich nicht an. Wer mag schon Spoiler?“


   Interviewer:

Gibt es etwas, das du bereust?

   Valerie:

„…“

überlegt lange

„Mehr, als ich zugeben würde.“

 

   Interviewer:

Du musst nicht darauf eingehen. Die Frage war unachtsam.

   Valerie:

„Nee. Passt schon.“

Sie beißt sich auf ihrer Lippe herum

„Manchmal verletzt man Menschen, die einem wichtig sind, ohne es zu wollen. Und dass ich manchmal zu spät merke, was Menschen für mich tun.“

Sie atmet einmal tief ein

„... ich bin ihnen wirklich dankbar." 

 

   Interviewer:

Ich würde gerne noch etwas über deine Freunde erfahren. Welche Person in deiner Umgebung bringt dich regelmäßig zur Weißglut?

   Valerie:

„Ich würde mich ja selber nennen, aber manchmal ist es Thomas. Er ist immer so rational und ich sehe ihm häufig nicht an, was er gerade fühlt oder denkt.“


   Interviewer:

Wer ist der größte Nervfaktor in deinem Alltag?

   Valerie:

„Ganz klar diese verdammte Schule. Der Unterricht ist öde und ich meist zu müde zum folgen. Zudem herrscht da eine ganz miese Stimmung. Schüler, die sich gegenseitig anschwärzen und ständig konkurrieren. Ich muss da ständig auf der Hut sein, wer, wann zuhört und wem ich vertrauen kann.“


   Interviewer:

Wer versteht dich besser als alle anderen?

   Valerie:

„Ich gehe selten offen mit meinen Gefühlen um. Aber ich schätze, ich kann den anderen nichts vormachen. Kein Pokerface.“


   Interviewer:

Zum Abschluss noch etwas lockeres. 

Was ist das absurdeste Gerücht über dich?

   Valerie:

„Öhm.“

sie tippt sich an ihre Lippen

„Keine Ahnung.“


   Interviewer:

Welche Eigenschaft an dir nervt andere am meisten?

sie hebt eine Augenbraue

   Valerie:

„Ich bin jawohl eine mega entspannte Person.“

schaut verlegen nach links

„Na ja. Ich bin manchmal echt weinerlich und zünde schnell.“


   Interviewer:

Wenn dein Leben eine Serie wäre – welches Genre wäre es?

   Valerie:

„Ganz klar Action!“


   Interviewer:

Welche Sache würdest du der Autorin verbieten zu schreiben?

   Valerie:

„Die Grenze ziehe ich bei Inhalten über Sex oder dem Nacktsein. Ansonsten gehe ich mit dem meisten Dingen sehr offen um.“


   Interviewer:

Wenn du ein Meme wärst, welches wäre es?

   Valerie:

„The Office: No! God! No, god, please, no! No! No! Nooooo!“

sie bekommt einen Lachanfall


   Interviewer:

Noch ein paar Schnellfragen. Kaffee oder Tee?

   Valerie:

„Tee.“

 

   Interviewer:

Nacht oder Tag?

   Valerie:

„Nacht“


    Interviewer:

Lieblingsort in der Stadt?

   Valerie:

„Mein Bett.“


   Interviewer:

Ein Wort, das dich beschreibt?

   Valerie:

„Wunderbar… nee. Mutig?“


   Interviewer:

Ein Wort, das dich falsch beschreibt?

   Valerie:

„Ach komm… Mutig?“

Sie lacht laut


   Interviewer:

Valerie. Ich danke dir für das Interview. 

   Valerie:

„Bitte, bitte.“

 

Das war unser erstes Gespräch mit Valerie.
Weitere Interviews mit Figuren aus Die Träume unter der Stadt folgen.

 

   Interviewer:
Hallo Frances! Darf ich dich beim Vornamen nennen?

   Frances:
„Du hast mich doch gerade schon so genannt.“
*sie grinst breit*

 

   Interviewer:
Hast mich erwischt.

   Frances:
„Ich bin ja noch 17 Jahre alt. Das ist wohl okay.“

 

   Interviewer:
Danke, dass du dir die Zeit nimmst.

   Frances:
„Klar. Ich bin ja schließlich der interessantere Charakter.“
*sie lehnt sich vor und faltet ihre Hände zusammen*
„Das ist natürlich ein Witz. So halb.“

 

   Interviewer:
Deine Geschichte ist gerade erst erschienen. Wie fühlt es sich an, jetzt in der Öffentlichkeit zu stehen?

   Frances:
„Öffentlichkeit ist übertrieben. Aber hey, wenn die Leute mich lesen wollen, dann gerne. Ich bin schwer zu ignorieren.“

 

   Interviewer:
Wie war die Zusammenarbeit mit der Autorin?

   Frances:
„Ehrlich gesagt hat sie mich manchmal echt auf die Palme gebracht.“
*tippt sich an die Schläfe*
„Die Frau schreibt mich in Situationen rein, wo ich einfach nur Mist bauen muss. Sie lässt mir da keine Wahl. Und ich steh da und denke: Auf wessen Seite ist sie eigentlich?“
*kurze Pause*
„Aber okay. Sie kennt mich gut. Und das nervt schon ein wenig.“
*eine weitere kurze Pause, dann spricht sie leiser*
„Aber ich glaube, dass sie mich nicht in ernsthafte Gefahr bringen würde, oder? Sie ist okay und hat uns Freiheiten gegeben. Sie wollte sogar regelmäßig unsere Meinung hören. Einige Ideen von mir haben es ins Buch geschafft.“

 

   Interviewer:
Wie nah ist die Figur im Buch an der echten Frances?

   Frances:
„Nah genug, dass es manchmal unangenehm ist.“
*kurzes Lachen*
„Ich hätte mir gewünscht, sie macht mich ein bisschen cooler. Aber sie besteht darauf, auch die bescheuerten Momente reinzuschreiben.“

 

   Interviewer:
Welche zum Beispiel?

   Frances:
„Next question.“

 

   Interviewer:
Was hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist?

   Frances:
„Das Leben in der Mega-City halt. Man lernt schnell, dass man entweder laut ist und untergeht oder einfach untergeht.“
*sie zuckt mit den Schultern*
„Ich hab mich fürs Laute-Untergehen entschieden.“

 

   Interviewer:
Apropos Mega-City. Wenn du die Stadt in drei Worten beschreiben müsstest? Welche Wahl würdest du treffen?

   Frances:
„Kontrolle. Hirnfick. Beschissen.“

 

   Interviewer:
Gibt es einen Ort in der Stadt, wo du dich sicher fühlst?

   Frances:
„Bei meinen Leuten. Und bis vor Kurzem war es der U-Bahnschacht.“

 

   Interviewer:
Vertraust du Menschen schnell?

   Frances:
„Kommt drauf an.“
*sie überlegt kurz, länger als man erwarten würde*
„Meinen Leuten und natürlich Kaliiq vertrau ich blind. Alle anderen müssen sich das erst verdienen.“

 

   Interviewer:
Was macht einen Menschen zu ‚deinen Leuten‘?

   Frances:
„Das spür ich einfach.“
*tippt sich auf die Brust*
„Hier drin. Klingt blöd, ich weiß.“
*sie atmet einmal tief ein*
„Aber Valerie ist meine Kindheitsfreundin. Ihr würde ich mein Leben anvertrauen. Jederzeit.
Und Thomas. Na der ist einfach immer dabei.“
 

   Interviewer:
Wie lange kennt ihr drei euch?

   Frances:
„Valerie: solange ich mich erinnern kann. Laut meiner Mutter waren wir schon in der Kindertagesstätte befreundet. Leider sind meine Erinnerungen arg verschwommen, was diese Zeit betrifft.
Und Thomas? Hmm. Der kam irgendwann in der Schulzeit dazu.“

 

   Interviewer:
Schule. Gutes Stichwort. Wie läuft’s in der Schule?

   Frances:
„Läuft.“
*sie rollt mit den Augen*
„Na ja. Ich sitze da, döse ein bisschen, und warte darauf, dass es vorbei ist. Da ich genügend Punkte gesammelt habe, darf ich hinten sitzen. Da falle ich weniger auf.“
*überlegt*
„Der Unterricht ist mäh. Pure Indoktrination. Und die Stimmung ist zum Kotzen. Jeder bespitzelt jeden. Da muss man ständig aufpassen, was man sagt und wem gegenüber.“

 

   Interviewer:
Hast du Feinde in der Schule?

   Frances:
„Feinde ist ein großes Wort.“
*grinst schief*
„Sagen wir... es gibt Leute, die mich nicht leiden können. Und ich geb ihnen ehrlich gesagt auch keinen Grund, es zu ändern.“

 

   Interviewer:
Neben Feinden hast du ja gute Freunde. Welche Rolle hast du in deiner Freundesgruppe?

   Frances:
„Ich bin die, die vorprescht, wenn alle anderen noch überlegen. Und ich habe die coolste Fähigkeit bekommen.“
*zuckt mit den Schultern*
„Manche nennen das mutig. Andere nennen es bescheuert. Beides stimmt wahrscheinlich. Und jedes Mal höre ich Thomas sagen: Der ‚Rotschopf‘ bringt uns noch um. Bla bla bla.“
*bei dem Wort ‚Rotschopf‘ macht sie Anführungszeichen mit ihren Fingern*

 

   Interviewer:
Mir ist zu Ohren gekommen, dass du dich auch für Fremde einsetzt.

   Frances:
„Wenn wir uns nicht für die Schwächeren einsetzen, dann macht das niemand.“
*sie wirft die Stirn in Falten*
„Ich hätte früher gerne jemanden gehabt, der uns beschützt hätte.“

 

   Interviewer:
Womit kämpfst du innerlich am meisten?

   Frances:
„Oha. Kommen wir also zu den harten Fragen?“
*lehnt sich vor, Ellbogen auf die Knie*
„Ich mach mir Sorgen um die Leute, die mir wichtig sind. Ständig. Aber das sag ich denen nicht, weil das uncool ist.“
*ihr Blick geht zu Boden*
„Aber sie wissen das wohl auch so.“
*kurzes, etwas zu hartes Lachen*
„Nächste Frage.“

 

   Interviewer:
Was macht dir Angst, auch wenn du es nicht zugeben würdest?

   Frances:
*sie hebt eine Augenbraue* (Fordert sie mich gerade heraus?)
„Nichts.“
*Pause, dann kleinlaut*
„…dass ich nicht schnell genug bin. Wenn’s drauf ankommt. Wenn ihr etwas zustoßen würde...“
*sie schaut kurz weg*
„Das war jetzt off the record, oder?“

 

   Interviewer:
Das war ehrlich. Ich würde es gerne drinnen behalten. Das zeigt deine emotionale Seite. Du versteckst dich ja gerne hinter coolen Sprüchen, oder?

   Frances:
„Hmm.“
*sie reibt sich mit der Hand über die Augen*
„Ach von mir aus. Lass es drinnen.“

 

   Interviewer:
Gibt es etwas, das du bereust?

   Frances:
„Puh. Das wird ja immer unangenehmer.“
*ihre Augen glänzen*
„Da sind ein paar Dinge. Viele wären aber zu große Spoiler. Was ich preisgeben kann: Ich bereue jeden Streit mit Valerie. Sie ist mir der wichtigste Mensch in dieser bekloppten Stadt.“

 

   Interviewer:
Danke, für deine Offenheit. Ich weiß das zu schätzen. Wechseln wir zu leichteren Themen.
Was würdest du der Autorin verbieten zu schreiben?

   Frances:
„Sie soll aufhören, mich in Momente reinzuschreiben, wo ich wie ein Idiot aussehe.“
*überlegt*
„Obwohl. Die Szene im Schuppen war eigentlich cool. Da konnte ich mich wenigstens Mal ausruhen. Der Leser wird wissen, welche Szene ich meine.“
*grinst*
„Ups. War das jetzt gespoilert?“

 

   Interviewer:
Keine Sorge. Du hast nicht zu viel verraten. Den Rest löschen wir.
Wenn du 3 Wünsche frei hättest, was wären diese Wünsche?

   Frances:
„Über solche Dinge habe ich bisher nicht nachgedacht. In dieser Stadt stumpft man ab und versucht nur noch zu überleben.
Aber wenn ich so darüber nachdenke. Freiheit, Gesundheit und die große Liebe.“

 

   Interviewer:
Wenn morgen die Welt untergehen würde, was würdest du an dem letzten Tag tun wollen?

   Frances:
„Ich würde mich mit Valerie auf das höchste Dach der Stadt setzen und dem Untergang den Mittelfinger zeigen.“

 

   Interviewer:
Wenn dein Leben eine Serie wäre, welches Genre?

   Frances:
„Action-Comedy. Mit sehr viel Action und nur wenig Comedy, die trotzdem zufällig passiert.“

 

   Interviewer:
Und wenn du ein Meme wärst?

   Frances:
„Dieses Bild wo jemand mit Sonnenbrille gechillt von einer Explosion wegläuft und nicht zurückschaut.“
*kurze Pause*
„Ich schau nie zurück.“

 

   Interviewer:
Sind dem Typen auf dem Bild nicht die Klamotten am Hintern verbrannt?
*sie lacht nur*
Wir haben Valerie ein paar Schnellfragen gestellt. Ich würde dich gerne dieselben fragen.
*nicken*

 

   Interviewer:
Kaffee oder Tee?

   Frances:
„Kaffee. Schwarz. Wer Tee trinkt, hat keinen Geschmack.“

 

   Interviewer:
Nacht oder Tag?

   Frances:
„Nacht. Da ist es sicherer und ruhiger.“

 

   Interviewer:
Lieblingsort?

   Frances:
„Hab ich schon gesagt. Bei meinen Leuten.“

 

   Interviewer:
Ein Wort, das dich beschreibt?

   Frances:
„Unaufhaltbar.“

 

   Interviewer:
Ein Wort, das dich falsch beschreibt?

   Frances:
„Ruhig.“
*hebt herausfordernd eine Augenbraue*

 

   Interviewer:
Frances, danke für das Interview.

   Frances:
„Hat Spaß gemacht. Ich bin ja auch ein Genuss.“
*steht auf, zwinkert*
„Sag Bescheid, wenn ihr noch mehr braucht. Ich bin nicht schwer zu finden.“


Weitere Interviews mit Figuren aus „Die Träume unter der Stadt“ folgen.

 

Frances Redwood - 17 Jahre alt
Sie ist die beste Freundin von Valerie und hat sich bereit erklärt ein Interview zu geben. Sie erzählt über ihre Wünsche, Freunde und ihr Leben in der Mega-City.
 

   Interviewer:
Ich habe es nicht dabei. Die Verarbeitung für die Website läuft bereits.

 

   Thomas:
„Hmm. Dann muss ich das wohl so akzeptieren.“

 

   Interviewer:
Wirklich. Frances war sehr nett.
Machen wir weiter.
Die Geschichte ist gerade erschienen. Wie fühlt es sich an?

 

   Thomas:
„Seltsam. Ich bin nicht jemand, der gerne im Mittelpunkt steht.“
*er verschränkt die Arme*
„Aber als Valerie mich frug, ob ich mitspielen könnte... Na ja. Ich habe ihr zuliebe zugesagt.
Und im Endeffekt war es okay. Es hat zeitweise sogar Spaß gemacht.“

 

   Interviewer:
Wie war die Zusammenarbeit mit der Autorin?

 

   Thomas:
„Professionell. Sie hat mich ein paarmal Dinge tun lassen, die ich in der Realität anders gelöst hätte. Effizienter.“
*er runzelt die Stirn*
„Aber ich schätze, das wäre dann eine andere Geschichte geworden.
Dennoch hat sie sich einige meiner Bitten und Anmerkungen zu Herzen genommen.“

 

   Interviewer:
Wie nah ist die Figur im Buch an dem echten Thomas?

 

   Thomas:
„Sehr nah. Das war mir wichtig. Ich bin kein guter Schauspieler.“
*er überlegt*
„Aber sie hat meinen Hang zum Erklären etwas übertrieben. Ich erkläre nicht ständig Dinge.
Sondern nur dann, wenn sie erklärt werden müssen. Was häufig vorkommt, weil die anderen nicht immer...“
*er stoppt sich selbst*
„Okay. Das war gemein. Mein Gehirn arbeitet halt schneller.“

 

   Interviewer:
Was hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist?

 

   Thomas:
„Bücher. Beobachtung. Sowie Valerie und...“
*er sieht kurz zur Seite*
„... Frances. Die beiden haben mich einiges gelehrt, was in keinem Buch steht.“

 

   Interviewer:
Vertraust du Menschen schnell?

 

   Thomas:
„Ich analysiere zuerst. Vertrauen ist eine logische Schlussfolgerung aus gesammelten Daten.“
*kurze Pause*
„Die rothaarige Nervensäge würde sagen: Das ist die unromantischste Antwort, die sie je gehört hat.“

 

   Interviewer:
Du hast viele ‚Namen‘ für Frances. Kannst du sie nicht leiden?

 

   Thomas:
„Nein. Ich mag sie. Nur gibt es Tage, an denen sie echt anstrengend sein kann. Sie redet viel, sagt aber wenig. Sie stürmt vor und überlegt erst danach.“
*er rollt mit seinen Augen*
„Aber. Und das möchte ich hervorheben! Ich vertraue ihr und sie bestimmt auch mir. Wir sind ein gutes Team.“

 

   Interviewer:
Ihr seid also Freunde? Wie ist es, mit jemanden wie Frances befreundet zu sein?

 

   Thomas:
„Anstrengend.“
*er lacht, wird aber schnell wieder ernst*
„Aber sie ist die Erste, die da ist, wenn es wirklich darauf ankommt. Das rechne ich ihr hoch an. Aber sagen Sie ihr das bitte nicht. Sie wird unerträglich.“

 

   Interviewer:
Welche Rolle hast du in der Gruppe?

 

   Thomas:
„Ich plane. Ich analysiere. Ich arbeite Kampfstrategien raus.“
*völlig trocken*
„Es ist ein Vollzeitjob.“

 

   Interviewer:
Neben Frances spielt Valerie ja eine wichtige Rolle in deinem Leben. Du sagtest, dass sie dich zu deiner Rolle im Buch überredet hat. Wie ist dein Verhältnis zu ihr?

 

   Thomas:
„Valerie ist...“
*er pausiert länger als gewöhnlich*
„...eine sehr, sehr gute Freundin. Wir kennen uns seit der Schulzeit. Vor ihr hatte ich keine Freunde. Sie hat mich direkt so akzeptiert, wie ich bin. Ich verdanke ihr viel.“
*er räuspert sich*
„Bitte die nächste Frage.“

 

   Interviewer:
Okay. Natürlich.
Womit kämpfst du innerlich am meisten?

 

   Thomas:
„Ich bin nicht gut darin, Dinge an- oder auszusprechen. Die richtigen Dinge. Zum richtigen Zeitpunkt.“
*er schaut auf seine Hände*
„Manchmal weiß ich genau, was jemand hören müsste. Und sage trotzdem nichts. Es fühlt sich unangenehm an.“

 

   Interviewer:
Warum?

 

   Thomas:
„Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.“
*er wirkt kurz überrascht von seiner eigenen Antwort*
„Ich bin ein Overthinker. Ich zerdenke immer alles und verpasse dann den Zeitpunkt.“

 

   Interviewer:
Macht dir das Angst?

 

   Thomas:
„Manchmal. Ich habe Angst davor, dass mein Kopf mal nicht schnell genug ist. In Situationen, wo es auf Sekunden ankommt.“
*ganz ruhig*
„Ich bin keine Frances. Ich kann nicht einfach handeln. Ich brauche einen Plan.
Die beiden verlassen sich darauf.“

 

   Interviewer:
Ist das manchmal ein Nachteil?

 

   Thomas:
„Ich verstehe die Frage nicht. Natürlich ist das ein Nachteil.“
*er lässt das einfach so stehen*

 

   Interviewer:
Gibt es etwas, das du bereust?

 

   Thomas:
„Ja.“
*er sieht mich erwartungsvoll an*
„Ach. Möchten sie noch mehr hören? Das geht nicht. Ich kann keine weiteren Fakten dazu nennen.“

 

   Interviewer:
Okay. Wechseln wir zu leichteren Themen. Was würdest du der Autorin verbieten?

 

   Thomas:
„Sie soll aufhören, mich in Situationen zu schreiben, in denen Menschen mich umarmen.“
*er zieht eine Augenbraue hoch*
„Ich weiß nie, was ich dann mit meinen Armen machen soll.“

 

   Interviewer:
Wenn dein Leben eine Serie wäre, welches Genre?

 

   Thomas:
„Verrückter Themenwechsel. Ich denke eine Dokumentation oder eine Techniksendung. Ich weiß, dass das keine unterhaltsame Antwort ist. Aber Sie haben mich nach meiner Meinung gefragt.“
*er tippt sich an sein Kinn*
Wie hat Valerie diese Frage beantwortet?“

 

   Interviewer:
Sie nannte Action.

 

   Thomas:
„Das überrascht mich.“

 

   Interviewer:
Wenn du ein Meme wärst?

 

   Thomas:
„...“
*er runzelt die Stirn*
„Mit so etwas beschäftige ich mich nicht. Das ist reine Zeitverschwendung.
Aber okay. Eines finde ich dennoch sehr lustig: Den Lizard, der immer und immer wieder auf den Knopf drückt. Lizard. Lizard. Lizard. Das sorgt dafür, das mein Kopf mal kurz abschaltet.“

 

   Interviewer:
Noch ein paar Schnellfragen! Kaffee oder Tee?

 

   Thomas:
„Ich mag beides nicht.“

 

   Interviewer:
Nacht oder Tag?

 

   Thomas:
„Nacht. Weniger Ablenkung.“

 

   Interviewer:
Lieblingsort?

 

   Thomas:
„Meine semi-legale Werkstatt. Aber die kennt niemand. Also: psst.“

 

   Interviewer:
Ein Wort, das dich beschreibt?

 

   Thomas:
„Präzise.“

 

   Interviewer:
Ein Wort, das dich falsch beschreibt?

 

   Thomas:
„Kalt.“
*er schaut kurz weg*
„Ich bin nicht kalt.“

 

   Interviewer:
Thomas, danke für das Interview.

 

   Thomas:
„Gerne.“
*er steht auf, nickt knapp*
„Es war... angenehmer als erwartet.“
*er geht zwei Schritte, dreht sich nochmal um*
„Können sie das Wort ‚Nervensäge‘ streichen? Das war unhöflich.“


Weitere Interviews mit Figuren aus „Die Träume unter der Stadt“ folgen.

Thomas Hale - 17 Jahre alt
Er ist der beste Freund von Valerie, ihr Anker und hat immer eine Schulter für sie.
Er analysiert und entscheidet erst, wenn er alle Faktoren abgewogen hat.

   Interviewer:
Hallo Thomas. Darf ich dich beim Vornamen nennen?

 

   Thomas:
„Ja.“
*kurze Pause*
„Das ist eben mein Name.“

 

   Interviewer:
Danke, dass du dir die Zeit nimmst.

 

   Thomas:
„Ich hatte heute Abend nichts vor. Und ich kann nicht einfach ruhig sitzen bleiben, wenn die beiden Damen schon dran waren. Ich muss sicher das ein oder andere richtigstellen.“
*er überlegt kurz*
„Das klang unhöflicher als beabsichtigt.“

 

   Interviewer:
Die beiden haben kein böses Wort über dich verloren.

 

   Thomas:
„Bei Valerie glaube ich das sofort. Aber bei dem Rotschopf habe ich meine Zweifel.“
*er streckt die Hand aus*
„Ich würde ihr Interview gerne lesen.“


 

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